Gestern Meer heute Berge

Von spannenden Strassen und deren Befestigung hab ich ja schon berichtet. Doch trotz lustiger Esel und dem Überleben unseres Trips an die albanische Grenze, gibt es Dinge die ich nicht sooo gerne höre wenn ich das Auto grade zu unserem nächsten Ziel lenke:

„Kolasin ist nur 65 km von Podgorica entfernt. Aber um dorthin zu kommen, muss man den 1045 m hohen Crkvine-Pass überwinden, und das auf einer der gefährlichsten Strassen Montenegros… Oh, das wollte ich gar nicht laut lesen…“

Nunja, man kann sich ja mit der Tatsache, dass es in so einem kleinen Land auch „das Gefährlicheste“ geben muss trösten, und kneifen gilt eh nicht. Aber ich mag mich doch lieber nicht entscheiden müssen, ob die herabhängenden Felsen und schwarzen Tunnellöcher nur auf eine beeindruckende Art spannend waren oder doch ziemlich beängstigend. Aber es ist schon interessant zu wissen, dass es Tunnel gibt die so dunkel sind, dass man am liebsten das Fernlicht anmachen würde, nur dass das leider nicht geht, da der Vordermann sonst sicher geblendet gegen die Felswand fahren würde.

Kolasin selbst, naja.. eher langweilig. Aber okay halten wir dem Ort zu Gute, dass es eigentlich ein Wintersportort ist und wir grade August haben, so dass die Hauptattraktion grade leider nicht verfügbar ist.

So haben wir uns an das traditionelle Handwerkeressen gewagt. Kacamak. Auf den ersten Blick könnte man meinen es sei Kartoffelgratin. Auf den zweiten Blick ist es mehr Gratin als Kartoffel. Oder eben 2 Kg Käse unter ein bisschen Kartoffelbrei gemixt. Und auch wenn geschmacklich überraschend lecker, bei der Mischung kann man einfach nicht mehr als ein Drittel essen, selbst wenn man wollte ein Drittel reicht für mindestens eine Woche. Also echt mindestens!

Danach musste ich mich auch dringend bewegen auch wenn das mit Käseklumpenbauch nicht so wirklich leicht oder gar angenehm ist, also gings in den kurz hinter Kolasin gelegenen National Park Biogradska Gora.

Frische Luft, viele Bäume, Blair Witch Häuser, Pflanzenklauende Albanerinnen, motivierte deutsche Eltern mit genervten Kindern und die Angst von Bären oder Wölfen gefressen zu werden.

Nein, Spaß bei Seite, noch mal eine ganz andere Seite von Montenegro die letzten Tage hätte ich nie gedacht, dass es hier so kalt und so GRÜN sein kann. Und wer keine Angst vor den eben erwähnten Bären hat kann hier auch mitten im Wald zelten.

Dank der Reiseführerinfo und dem bereits erlebten Autofahren bei Dunkelheit haben wir den Rückweg lieber ein bisschen früher angetreten, so dass wir kurz vor Dämmerung zurück im rauchigen Podgorica waren

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